Die nachfolgenden Folien zeigen die Präsentation, die wir anläßlich des Warndt-Weekendes 2015 im Bereich des Erlebnisbergwerkes Velsen ausgestellt hatten. 

Damit haben wir für den Aufbau der Museen-Bahn geworben. Diese soll sicherstellen, dass die Bahnstrecke erhalten bleibt bis zu einem Ausbau zu einem grenzüberschreitenden- Schienen-Personen-Ringverkehr.       

Auch nach einem Ausbau würden die Museen mit der Schiene verbunden bleiben und durch regelmäßig verkehrende Züge bedient werden im Rahmen der Linie T1.         
         

         



Machbarkeit der Museen-Bahn 

Züge können vom Bahnhof Völklingen aus verkehren. Ab Fürstenhausen ist die Strecke bis Velsen stillgelegt, die Gleise liegen jedoch noch und sind befahrbar.
Bis zur Stilllegung im Jahr 2006 sind schwere Güterzüge, beladen mit der geförderten Kohle der Grube Warndt,  auf der Warndtkohle- und Rosseltalbahn verkehrt. Sie fuhren ohne jede Einschränkung, d.h. Brücken und Trasse waren verkehrssicher und erlaubten die zulässige Geschwindigkeit ohne Langsamfahrstellen.

 

Ein Triebwagen wie ein Schienenbus stellt demgegenüber ein Leichtgewicht dar und der Betrieb sollte kein Problem sein. 

 

 

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt, dass die museal aufbereitete Industriekultur eine große Anziehungskraft ausübt. 

Die Achse:

 

 

Völklinger Hütte - Erlebnisbergwerk Velsen - Musee La Mine 

 

 

ließe sich gut mit der Bahn erschließen und hat eine besondere Bedeutung für die Stätten der Industriekultur:  Die Eisenbahn war Motor der Industrialisierung. 

Die Eisenbahn, zunächst in Form der 
Museen-Bahn, würde die Entwicklung des Warndt sehr fördern.

Kosten der Museen-Bahn
Die Kosten sind derzeit noch nicht zu beziffern. Die Strecke ist von der DB zur Pacht ausgeschrieben worden. Es würden Zahlungen für die Streckenpacht, den Anschluss an das DB-Netz in Fürstenhausen sowie die Betriebskosten der eingesetzten Züge anfallen.


Finanzierungsmöglichkeit
Eine Möglichkeit der Finanzierung der Museen-Bahn, deren vorrangiges Ziel die Tourismusförderung durch die Aufwertung der Stätten der Industriekultur ist, sind Mittel aus einem Fond zur Förderung des Strukturwandels im Saarland. Dieser Fond besteht seit 2009 und hat die Bezeichnung "Zukunftsinitiative II".

 

"Zukunftsinitiative II" - Zahlungen der Ruhrkohle AG (RAG) an das Saarland zur Förderung des Strukturwandels

Das Saarland hat mit der RAG im Jahr 2009 einen Vertrag abgeschlossen, nach dem die RAG dem Saarland ab 2010 auf Dauer von 10 Jahren jeweils 10 Mio. EUR jährlich zahlt für die Unterstützung des Strukturwandels im Saarland. Es darf wohl mit gutem Grund angenommen werden, dass damit vorrangig der Strukturwandel in den vom Bergbau betroffenen Regionen gefördert werden soll.

Das Saarland hat noch im Jahr 2010 ein Sondervermögen  „Zukunftsinitiative II“ gebildet, in den diese Mittel fließen.

Die Haushaltspläne des Saarlandes von 2010 bis 2015 zeigen, dass von diesen Mitteln nichts, kein einziger Euro, in den Warndt geflossen sind. Der Warndt war unbestreitbar eine Region, die vom Bergbau betroffen war und ist.

Wir haben oft vernommen, dass der Warndt touristisch erschlossen und entwickelt werden soll. Was ist geschehen? 

Ein Kommentar der Saarbrücker Zeitung vom 09.02.2015 möchten wir hier gerne darstellen. Er soll Mut machen für die Weiterentwicklung der Indsutriekultur im Rosseltal und die Museen-Bahn:

Groß gedacht, gut gemacht

Warum das Völklinger Weltkulturerbe Vorbildfunktion hat

 

Von Cathrin Elss-Seringhaus
09. Februar 2016, 02:00 Uhr

 

       

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen? Man könnte ihn auch in die Völklinger Alte Hütte schicken. Denn das Weltkulturerbe steht wie kein zweiter Ort im Saarland für eine „Traut Euch!“-Geisteshaltung, die in Zeiten der Schuldenbremse ganz und gar zu verschwinden droht. Nur weil man in Völklingen groß zu denken wagte, wird 2020 das sechs Hektar große Industriedenkmal-Areal komplett durchsaniert und für Generationen gerettet sein. 15 Millionen Euro Fremdmittel (Bund/EU) ermöglichen zusammen mit fünf Millionen aus dem Saar-Haushalt eine letzte spektakuläre Erweiterung. Der Wasserhochbehälter, eine Landmarke, wird zum neuen Eingangsportal und Ausstellungsort. Das dazu gehörige Pumpenhaus wandelt sich in eine industriekulturelle Gastro-Location. Ein großartiger Zuwachs. Wird all dies nicht zu teuer erkauft? Wer so denkt, ist nicht an einer Vision erkrankt, sondern leidet an der typischen saarländischen Depression. Letztere beruht auf dem Trugschluss, dass ein Land, das von anderen Haushaltshilfen fordert, nur noch Abbau, nicht mehr Auf- und Ausbau betreiben dürfe. Das Gegenteil lehrt das 25-jährige Schritt-für-Schritt-Wachstum der Völklinger Hütte. Dort standen nicht Verzagtheit und Leisetreterei am Anfang, sondern ein tolldreistes „think big“, ein großes Denken. 1994 schien es völlig abwegig, dass der „alte Schrotthaufen“ die Unesco-Ernennung zum Weltkulturerbe bekommen könnte. Trotzdem ließ die damalige SPD-Landesregierung den „Visionär“ Johann Peter Lüth, den damaligen Landeskonservator, machen. Doch die Unesco-Auszeichnung verpflichtete zum Erhalt „in Gänze“, und so kam die Zielvorgabe eines sanierten Gesamtareals ins Land. Verantwortungslos? Strategisch klug. Denn Lüth vertraute auf den Faktor Zeit: den technischen Fortschritt und das „Learning by doing“. Tatsächlich konnten in den vergangenen Jahren unrettbar verloren geglaubte Denkmal-Teile wie die Sinteranlage oder die Trockengasreinigung saniert werden. Die Strategie „Groß gedacht, aber in kleinen, soliden Schritten gut gemacht“ überzeugte auch auf nationaler und europäischer Ebene. 75 Millionen Euro an Fördergeldern flossen ins Land. Die Behauptung sei erlaubt, dass dies nur gelang, gerade weil die Völklinger Vision technisch und finanziell vermessen schien. Für jeden war offensichtlich, dass das Saarland allein das Herkules-Projekt nicht stemmen würde. Warum folgte und folgt man bei Großvorhaben nicht dem Völklinger Modell, etwa bei der Messe oder der Wiedernutzung des Pingusson-Hochhauses? Was fehlt, sind die „großen“ Zukunftsentwürfe. Doch wer sie nicht hat, braucht bei potenziellen Unterstützern gar nicht erst anzuklopfen. Derzeit fehlt jedoch jedwede politische Chuzpe. Es herrscht die große Koalition der Vorsicht.